Reisebericht Camping und Klettern im Ith - Natur statt Spielzeug im Urlaub

Ich möchte mich zurück melden aus einer unangekündigten (daran könnte ich mal arbeiten) aber nötigen und wunderschönen Sommerpause. Der Alltag ist noch nicht zurück und wir genießen weiterhin die Sommerferien der Prinzessin und eine weitere späte Elternzeit (7 Wochen) des großen Lieblingsmenschen. Was wir so machen? Zum Beispiel einen erlebnisreichen Campingurlaub nahezu ohne Spielzeug aber mit wunderschönen Ausflügen und Klettererlebnissen im Ith (Weserbergland, südlich von Hannover):

Urlaubsvorbereitungen: Schlafsack testen und Garten be-ernten :-)

 

Die Kinderschlafsäcke passen immernoch sehr gut und sind so kuschelig, dass die Räuber voller Vorfreue schon die letzte Nach zuhause darin verbringen wollten.

Nach 4h Fahrt sind wir da und der Papa ist gleich weg - sein Kletterkurs beginnt. Ich stehe mit 3 von der Fahrt etwas mitgenommenen Räuberkindern und einem vollgepackten Auto etwas ratlos mitten im Grünen.

 

Mit Zelt aufbauen, einräumen und mit Gänseblümchenketten schücken sind wir jedoch erstmal gut beschäftigt. Danach haben wir erstmal Eindrücke verarbeitet und uns gestärkt. Dann ging es in den Wald, doch der erste Tag war zäh: unausgeschlafene, streitende Räuber wussten nicht so richtig viel miteinander anzufangen und ich war so müde.

 

Irgendwann kamen die Kletterer zurück und wir haben in großer Runde Lagerfeuer gemacht - da war unsere Welt dann wieder in Ordnung :-)

Der nächste Morgen beginnt langsam: Der günstige Kocher braucht ganz schön lange, bis unser Kaffeewasser kocht :-)

 

Aber es ist so spannend für die Räuber! Sie fühlen sich wohl, beobachten alles um sich herum und suchen den Fuchs, vor dem wir nachts unser Essen in Sicherheit bringen müssen. So viel Platz, frische Luft und grüne Natur tut uns allen unheimlich gut.

 

Und vom gestrigen "uns ist langweilig" ist keine Spur mehr, sie spielen mit Kletterhelm auf dem Kopf und Gummitwist-Gummi als Zügel endlose Laufspiele und sind ganz allgemein bestens gelaunt.

Da ich mir jedoch nicht sicher bin, ob dieser Zustand den ganzen Tag anhalten würde und da ich schon lange mal in den Zoo Hannover wollte, machen wir einen Tagesausflug dorthin. Ich finde es ziemlich aufregend überhaupt dorthin zu gelangen ohne Navi und genaue Wegbeschreibung, aber die Räuber stehen mir aufmunternd zur Seite. Und als wir endlich angekommen sind, haben wir einen absolut wunderbaren Tag dort - dazu morgen mehr.

 

Auf jeden Fall bleiben wir bis lange nach Zooschluss auf dem wunderbaren Gelände und erreichen gerade vor Einbruch der Dunkelheit unser Zelt.

Der nächste Tag beginnt, wo der letzte Aufgehört hat: am Lagerfeuerplatz. Den ganzen Vormittag spielen und toben sie dort und im angrenzenden Wald. Ich finde es einfach großartig zu beobachten, wie die Stadtkinder :-( selbstverständlich in der Natur ankommen. Außer ein paar Stiften und jeweils einem kleinen Blankobüchlein haben wir nur einen Ball und besagtes Gummitwist-Gummi mit. Aber selbst das brauchen sie nur gelegentlich, weil Stöcke und Steine, größere Holzstücke und Kohlereste aus dem Lagerfeuer ihre Phantasie füttern.

Die beiden Großen haben mit Holzscheiten vom Lagerfeuerstapel sogar Puppenhäuser gebaut und kleine Äste als Püppchen verwendet. Nebenbei haben sie sich selbst mit dem Schwarz der Holzkohle in kleine Pandabärchen verwandelt. Anfangs musste ich mir ein wenig das "Nein" verkneifen, doch dieses absolut zufriedene Vor-sich-hin-Spielen war es definitiv wert.

Außerdem muss man ja sowieso ständig irgendetwas abwaschen und das haben sehr gerne die Räuber erledigt - da sahen meine Pandabärchen dann doch wieder wie meine Räuberkinder aus. Und ich musste mich zwar in Geduld üben, aber hatte keine Arbeit mit Abwasch und Co. Nur Photographieren durfte ich sie nicht beim Abwaschen...

Am Nachmittag waren wir wieder in Ausflugslaune und sind in einem kleinen Wunderland gelandet: einem Freizeitpark namens Rasti-Land. Wir sind offensichtlich nicht ganz die Zielgruppe, da viele Aktivitäten erst ab 1,10m Körpergröße erlaubt sind und ich die beiden Kleinen ja nicht einfach stehen lassen konnte um mit der Großen etwas zu machen. Trotzdem hatten wir eine tolle Zeit dort.

Letztes Lagerfeuer mit den Kletterfreunden vom Papa und einigen anderen Kletterern - das muss gezeichnet werden!

 

Das Feuer entstand übrigens nur, weil einige von uns unheimlich willensstark ein Feuer machen wollten. Wir waren nämlich kurz nach der Überschwemmungszeit in der Gegend und hatten auch nicht nur Glück mit dem Wetter (auch wenn die Fotos anderes vermuten lassen, aber wer macht schon Erinnerungsfotos im Regen?) - das Holz war ziemlich nass. Aber wo ein Wille ist...

Unser letzter Tag beginnt und alle sind bestens gelaunt...

Wir wandern durch den Wald um die Kletterer an einem auch für Anfänger geeigneten Felsen zu besuchen - die Räuber haben einen Plan :-)

 

Vorher entdecken wir leckerste Himbeeren, alte Grenzsteine, spannendes Kleingetier und jede Menge Pilze und Pflanzen. Wald tut gut!

Am Felsen kommen wir gerade recht um den Papa beim Klettern zu beobachten. Die Fans finden, er macht seine Sache sehr gut :-) Und ich muss mal überdenken, wie ich die Höhe des Felsen auch wirklich festhalten kann.

"Papa, kitzel mal die Wolke!"

"Jetzt bin ich endlich dran" sagte die Prinzessin und hing in der Wand :-)

Und sie hat sich bis oben durchgekämpft. Der Papa musste nur einmal ein wenig nachhelfen.

Der größere Räuber wollte auch. Er musste noch etwas mehr kämpfen, so mit geringerer Körpergröße, weniger Klettererfahrung und ziemlich unpassenden Schuhen. Aber auch er ist oben angekommen und war unheimlich stolz auf sich selbst. Was für ein toller Sport! Mir hat es auch in den Fingern gejuckt, aber ohne Kinderbetreuung kann ich ja nicht einfach an die Wand verschwinden :-(

 

Und so ging ein wunderbarer Sommerferienauftakt vorbei. Wir hätten noch viel länger bleiben können und werden definitiv wieder kommen!

 

Wo erlebst du den Zauber der Natur mit deinen Kindern?


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