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Inspiration für Rollenspiele: warum eigentlich plus Einladungsideen

Die Weihnachtsferien sind vorbei und wir kommen gerade im Alltag an. Die Geschenke sind nicht mehr neu, Mama und Papa haben nicht mehr endlos Zeit für Spiele und gemeinsame Aktionen und irgendwie müssen sich die Räuberkinder wieder mehr miteinander beschäftigen. Und was spielen sie da? Rollenspiele in unzähligen Varianten. Spannend zu beobachten und eine gute Gelegenheit, ein paar Anregungsideen zu teilen:


(Werbung: Dieser Artikel wurde von JAKO-O unterstützt.)

Bevor ich meine Ideen für Einladungen zum Rollenspiel mit dir teile, ein paar allgemeine Gedanken zum Thema Rollenspiel: Fachbücher beschreiben Rollenspiele als die häufigste und wichtigste Spielform für Kindergarten- und Grundschulkinder. Indem die Kinder selbst oder aber „belebte“ Gegenstände in verschiedene Rollen schlüpfen, üben sie soziales Verhalten, stärken sie Kreativität
und Fantasie, schulen sie Mit- sowie Vorausdenken, ihre sprachlichen Fähigkeiten und flexibles Handeln – ein ideales Trainingsgebiet also, um selbstbestimmt zu lernen. Gleichzeitig bieten Rollenspiele die Gelegenheit Erlebtes zu verarbeiten und sind somit wichtig für die emotionale Gesundheit. Dazu machen Rollenspiele auch einfach unheimlich Spaß. Gründe genug, Rollenspiele (wenn überhaupt nötig) zu stärken und zu fördern. Nur wie?

 

Inspiration für Rollenspiele finden

Viele Spielideen für Rollenspiele kommen aus dem Alltagsleben, aus besonderen Erlebnissen sowie auch aus Geschichten und Erzählungen. Wer viel erlebt, der hat auch viele Ideen für Rollenspiele im Kopf. Das bedeutet nicht, dass wir Eltern regelmäßig für außergewöhnliche Erlebnisse sorgen müssen. Aber es ist hilfreich gerade kleinere Kinder Alltägliches intensiv miterleben zu lassen: kochen, einkaufen, Bus oder Zug fahren, Tiere treffen, sich um ein Baby kümmern und vieles mehr sind wunderbare Rollenspielinhalte für die Kleinsten.

 

Wenn die Kinder größer werden, dann „sammeln“ sie nicht nur reale Erlebnisse, sondern auch Ideen aus Geschichten und Erzählungen – so werden auch die möglichen Rollenspielinhalte immer vielfältiger. Wenn die Spielideen fehlen können wir beispielsweise Bücher aber auch Hörspiele und Filme für eine Weile danach auswählen, ob sie sich zum Nachspielen eignen. Außerdem lassen sich über entsprechende Bücher auch die Interessen der Kinder so stärken, dass sie diese im Spiel nutzen können: beispielsweise kann ein Kind mit Interesse am Weltraum ein Buch über Weltraumabenteuer lesen/ vorgelesen bekommen, um dann vielleicht selbst ein solches zu erfinden.

 

Einladende Spielumgebung gestalten

Gerade weil die möglichen Rollenspielthemen so vielfältig sind, ist eine flexible Spielumgebung ideal: ein kleiner Tisch mit Kinderstühlen kann beispielsweise Esstisch, Schulbank, Behandlungstisch, Höhlendecke und vieles mehr sein. Wir verwenden auch diverse Decken und Kissen, Schnüre und kleinere Matratzen zum Bauen. Außerdem lieben meine Kinder Pappkartons jeder Größe.


Als weiteres Rollenspielzubehör dienen beispielsweise Spieltücher, Umhänge und Verkleidungen, Taschen, Beutel und verschiedene Gefäße sowie Puppenkinder und Kuscheltiere. Für all diese Dinge gilt wieder „je neutraler desto besser“, weil beispielsweise eine von selbst weinende Puppe eben nur dazu anregt, diese Funktion zu bespielen. Ein relativ neutral Puppe dagegen kann allein durch die Fantasie der Kinder alle Emotionen „erleben“ und ist somit wesentlich vielfältiger.


Für Kleine-Welt-Spiele, welche ebenfalls zu den Rollenspielen gehören, bieten sich auch wieder relativ neutrale Basismaterialien zum Bauen an. Dazu habe ich bereits in meinem Artikel zur Bauecke und den Lieblingsmaterialien für die Bauecke einige Empfehlungen gegeben. Auch Puppenhauspüppchen und ein wenig Zubehör (lässt sich auch wunderbar basteln) können eine ideale Basisausstattung für Kleine-Welt-Spiele sein.


Und was ist nun mit speziellen Spielmaterialien wie Kaufmannsladenzubehör, Holzlebensmitteln, Spieltelefon, Arztkoffer, etc.? Ich denke diese Dinge können unmöglich das ganze Spektrum der Rollenspielthemen abbilden. Somit ist es sicherlich von Vorteil, wenn das Spielen der Kinder nicht von diesen speziellen Zubehörteilen abhängig ist. Ich sehe sie als Ergänzung zum „neutralen“ Basisspielmaterial. Wir nutzen diese spezielleren Spielmaterialien auch gerne als Anregung/Einladung. Gerade Kleinkinder und weniger kreatives Freispiel gewöhnte Kinder finden mit solch konkretem Spielzeug oft leichter ins Spiel. Unser Fokus bei der Spielzeugauswahl liegt jedoch bewusst auf den vielfältig verwendbaren „Basismaterialien“.

 

Einladungsideen für Kleinkinder

  • Kinderküche oder ein gedeckter Kindertisch mit anfangs sehr überschaubarem Zubehör: auch kleine echte Töpfe mit Kochlöffeln und Kastanien eignen sich als spontane Einladung, während eine echte Kinderküche mit passendem Zubehör eine schöne dauerhafte Anregung ist - die Auswahl schöner Zubehörteile und ganzer Küchen bei Jako-O gefällt mir sehr gut
  • Kaufladen: vielleicht ein kleines Regal mit ein paar Produkten oder Körbchen mit kleinen Dingen plus eventuell eine Wage oder Kasse
  • Puppenkind mit einem Puppenbett (es tut auch ein mit Kissen hergerichteter Pappkarton): wir mögen weiche Puppen zum Liebhaben wie unsere genähten Waldorfpuppen, alternativ gefällt uns der süßen Krümel von Jako-O
  • Wäschekorb als Spiel-Badewanne für Puppe, Kuscheltier oder das Kind selbst: vielleicht mit dem Lieblingsbadespielzeug, gefüllt mit Kastanien und kleinen Bällen oder mit Schwamm und Bürste
  • mehrere größere Kartons oder Stühle hintereinander als Zug

Auch erste Kleine-Welten können als Anregung bzw. Einladung für die Kinder aufgebaut werden:

  • Ein paar Tiere in passender Umgebung
  • Ein kleiner Zug/LKW mit Kastanien oder anderen Teilen zum Beladen
  • Kleine Püppchen mit ein wenig Puppenhauszubehör (Bett, Tisch, etc. - gerne aus kleinen Kartons)

Rollenspiel für größere Kinder

Je größer die Kinder werden, desto vielfältiger werden auch Erfahrungsschatz und das Interesse an vielfältigen Spielwelten. Gleichzeitig können die Kinder auch immer stärker bestimmte Dinge für ihr Spiel umnutzen oder selbst herstellen – die „passenden“ Gegenstände verlieren so ein Stück weit an Bedeutung.


Um da eine gute Einladung zu gestalten ist es hilfreich, die Interessen der Kinder sowie die Dinge, welche das jeweilige Kind gerade beschäftigen, im Blick zu haben und dann passende Requisiten mit Aufforderungscharakter bereit zu legen. Ein paar Ideen:

  • Umhänge und Masken für Superhelden oder auch für Zauberer und Feen
  • einen „Schulbereich“ gestalten - dieses Thema interessiert viele Vorschulkinder sehr
  • in Krankenhaus/ eine Arztpraxis einrichten: vielleicht mit einem Buch über den Körper oder kopierten Röntgenaufnahmen etc. - dieses Spielidee eignet sich ideal als Vorbereitung auf einen Arztbesuch, wenn dieser dem Kind Angst macht
  • ein Labor mit bunten Flüssigkeiten, Pipetten und Co
  • ein Museum mit interessanten Gegenständen oder selbst gestalteten Kunstwerken
  • Papier auf Klemmbrettern bereithalten: für die Bestellung im Restaurant, für
  • Bauzeichnungen von Ingenieuren und Architekten, für die Notizen und Zeichnungen von Forschern und vielem mehr
  • Spielgeld und Prospekte mit Lebensmitteln zum Ausschneiden
  • große Kartons reichen meist schon als Ausgangspunkt für eigene Ideen
  • ein anregendes Buch gemeinsam lesen oder mit den passenden Materialien präsentieren

Viele Kinder bauen auch gerne kleine Welten auf, was ebenfalls zum Rollenspiel gehört. Dazu genügt es meist als Einladung, ein paar Bewohner plus ausgewählte Baumaterialien bereit zu stellen. Ich gestalte auch gerne den Anfang einer Spiellandschaft, welche meine Kinder bei Interesse weiter ausbauen und bespielen können.

 

Für meine Kinder sind Rollenspiele diejenigen Spielen, bei denen sie mit Abstand die längste Zeit dabei bleiben. Da ich außerdem um die vielen Vorzüge weiß, fördere ich sie wenn nötig. Meist finden meine Kinder mittlerweile selbst in ein Spiel. Doch wenn dies nicht gelingen mag, gestalte ich gerne eine Einladung für sie. Meist ist diese kleine Hilfestellung ausreichend um sie lange zufrieden zu beschäftigen - das ist in meinen Augen den überschaubaren Aufwand wert.


Was spielen diene Kinder am liebsten? Welche Rolle spielst du dabei? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

Auf in ein fröhliches Familienleben,


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Kommentare: 1
  • #1

    Llewella (Dienstag, 22 Januar 2019 08:41)

    Im Haus spielen unsere Kinder, neun und sieben Jahre alt, sehr gerne Schule. Oder Geburtstag. Da werden dann Kartons mit Zeitungspapier eingepackt. Ganz hoch im Kurs stehen natürlich bei der Kleinen ihre Schleichpferde. Da es für den Junior ganz normal ist, dass Pferde da sind, spielt er da sehr gerne mit. Von der Mutter nicht immer gern gesehen ist es, wenn sie mit dem Stoffball im Kinderzimmer Handball spielen. Da sie ihre guten Handbälle aber nicht mit auf die Straße nehmen dürfen und der einzige Handball, der für draußen vorhanden ist, für die Kinderhände fast noch zu groß ist,lässt sich das wohl nicht ganz vermeiden. Vor allem nicht, da ja derzeit WM ist und die Kinder voller Euphorie.

    Im Garten draußen geht es meist auch sehr sportlich zu. Mit Begeisterung üben Sie von der Schaukel „Skispringen“ und hier schlüpfen sie dann natürlich auch in die Rollen ihre Idole. Oder sie schnallen sich ihre Inliner an, funktionieren Stöcke zu Gewehren um und „trainieren“ Biathlon. Inklusive Hinlegen auf den kalten Boden. Aber es gibt eben nicht nur das Stehendschießen.

    Wenn man das so liest, könnte man denken, wir wären eine völlig sportverrückte Familie... tatsächlich kommt die Inspiration daher, dass am Wochenende viel Wintersport gesehen wird und die Handballweltmeisterschaft derzeit ihr übriges tut. ( ansonsten ist der Fernseher nämlich bei uns komplett aus. Nicht aus Zwang, sondern weil keiner Interesse hat. )

    Gruß
    Katharina